Vergaser reinigen und abstimmen

 

 

1. Vergaser abstimmen durch abkleben des Luftfiltereinlasses

 

 

Das Problem beim verstellten Vergaser ist, dass man nicht weiß, ob man zu fett oder zu mager fährt. Also klebt man mit Panzerklebeband den Einlass am Luftfilterkasten ein kleines Stück ab und sieht was passiert.

 

Grundabstimmung finden

  • Luftfilterkasten abkleben
    • Wird die Leistung schlechter dann die Düsennadel tiefer hängen und den Schritt wiederholen. Wenn das  nicht reicht kleinere Haupt Düse nehmen.
    • Wird die Leistung besser, dann weiter abkleben bis die Leistung wieder abfällt. Jetzt Düsennadel  höher hängen und Schritt wiederholen. Wenn das nicht reicht  größere Düse einbauen und alles wiederholen.

Teillastbereich abstimmen

  • Zu magere Teillastabstimmung
    • Der Motor ruckelt stark im Teillastbereich
    • Teillast-Gemisch-Schraube  in 1/2-Umdrehungsschritten reindrehen. Ist die Schraube ganz drin und das Ruckeln ist noch da, nächst grössere Leerlaufdüse verwenden und von vorne anfangen
  • Zu fette Leerlaufabstimmung
    • Der Motor "rattert" im Teillastbereich, was heißt er zündet nich bei jeder Umdrehung. Leerlaufschraube rausdrehen.

Feinabstimmung zwischen 5000-7000 1/min

  • Alle RDs neigen zwischen 5000 und 7000 1/min zu einem Leistungsloch.  Wenn dieses Loch weg ist, ist der Vergaser perfekt über den ganzen Bereich eingestellt.
  • Wieder durch Abkleben ermitteln in welche Richtung es besser wird.
  • Dann mit der Düsennadel spielen. Ich habe bei den Luftkühlern die beste Erfahrung mit Nadel ganz unten und fetter HD.

 

 

Hinweise

  • Benutze die Düsennadel extensiv bei der Abstimmung.Der Vergaser muß dazu nicht ausgebaut werde und das ganze ist in 15 Minuten erledigt.
  • Wenn der Vergaser nicht 100% sauber ist, so ist jede Abstimmung chancenlos. Es ist nicht möglich, die Effekte der Verunreinigung durch entsprechende Bedüsung auszugleichen. Also immer erst wie unten beschrieben den Vergaser reinigen.
  • Alleiniges Reinigen im Ultraschallbad bringt nichts!

 

Ermittelte Vergaserabstimmungen

 

 

RD 350 Forst, Niederdom-Vergaser US-Luftfilter: HD#140, LL#30, Nadel

 

RD 350 Dhaun: 1A2-Vergaser:

 

Setup RD 250 BoxerM, original, US-Luftfilter

  • Vergaser Typ 361G1
  • Hauptdüse #130
  • Leerlaufdüse #30
  • Düsennadel 5I4, Position #2 von oben
  • Düsenstock 175 O-8
  • Gasschieber Cut 2.5

Setup RD 250 BoxerM, Filterkasteneigenbau,

  • Vergaser Typ 361G1 Alexander Dale Modifikation
  • Hauptdüse #110
  • Leerlaufdüse #30
  • Luftdüse 2mm
  • Düsennadel 5DP7, Position #2 von oben
  • Düsenstock 169P0
  • Gasschieber Cut 2.0

2 Ausbau des Düsenstockes

Der Ausbau des Düsenstocks ist etwas diffizil. Zunächst schraubt man die Hauptdüse raus. Dann nimmt man eine Messingschraube M5x60 und dreht sie in das Gewinde. Mit leichten Hammerschlägen kann jetzt der Düsestock von der Schwimmerkammerseite nach innen getrieben und ausgebaut werden.

Bild 1: Düsenstock ausbauen                                              Bild 2: Bohrungen Düsenstock

 

Im Düsenstock sind 8 kleine Bohrungen. Alle müssen schön frei sein.

 

3 Vergaser reinigen

Eines Tages war der Leerlauf rechts weg. Alles Reinigen und Ultraschallen hatte keinen Erfolgt. Auch von anderer Seite hörte ich oft von diesem Phänomen und es hat recht lange gedauert, bis ich dahinter kam. Schließlich habe ich mir die Pläne des Vergasers besorgt und festgestellt, dass von der Leerlaufdüse ein haarfeiner Kanal in den Ansaugbereich zwischen Gasschieber und Zylinder geht (Bild1, roter Pfeil). Wenn dieser Kanal zu ist, dann hilft auch ein scharfer Druckluftstrahl nichts.  Reines Reinigen im Ultraschallbad ist völlig zwecklos.

Bild 3: Vergaser von vorn -- Zylinderseite                   Bild 4: Vergaser von unten                            Bild 5: Vergaser von hinten, Luftfilerseite

Boxer Markus aus dem Forum rd350lc.de hat eine Methode entwickelten, gegenüber der das Ultraschallbad zur rein optischen Maßnahme verkommt.

Gespült werden alle Kanäle mit dem wasserlöslichen Reinigungsmittel TEGETRAIL Multi 2000 von Caramba.
Dazu nimmt man eine Spritze und spült  Kanal für Kanal durch. Neben dem Reinigungseffekt hat man auch gleich eine Kontrolle, ob die Kanäle wirklich frei sind. Ganz wichtig ist, dass die Reinigungslösung handwarm und nicht kalt ist. Anschließend noch mal mit klarem Wasser nachspülen und ausblasen, damit auch wirklich alle Reste des Lösungsmittel entfernt sind. TEGETRAIL Multi 2000 ist der stärkste wasserbasierte Fettlöser den ich kenne.
Bevor man mit der Reinigung startet müssen alle Düsen und Schrauben demontiert werden (Leerlaufdüse, Hauptdüse, Düsenstock, Schwimmer, Schwimmerventil, Leerlaufschraube, Leerlauf-Luftschraube)

 

3.1 Hauptluftkanal zum Düsenstock

Dieser Kanal versorgt das Hauptdüsensystem mit Luft. Er beginnt bei den Vergasern 361 xx  im Ansaugtrichter (Bild 3, blauer Pfeil) und endet am Düsenstock (Bild1, blauer Pfeil). Spritze wird beim blauen Pfeil Bild3 angesetzt.

3.2 Teillastkanal, Leerlaufkanal, Luftschraube, Leerlaufdüse

Dieses  Kanalsystem ist das komplizierteste. Es verbindet die Öffnung im Ansaugtrichter (Bild 3, roter Pfeil) mit der Teillastöffnung (Bild1, orangener Pfeil), der Leerlauföffnung (Bild1, roter Pfeil) und der Leerlaufdüse (Bild2 orangener Pfeil).

  • Spülen der Teillast-Öffnung: Spritze bei der Leerlaufdüse ansetzen (Bild2, orangener Pfeil).
  • Spülen der Leerlauf-Öffnung: Luftschraube wieder reindrehen und ganz zudrehen (Bild3, grüner Pfeil), Spritze bei der Leerlaufdüse ansetzen (Bild2, orangener Pfeil) und mit dem Finger die Teillast-Öffnung zuhalten (Bild1, orangener Pfeil). Der Strahl muss vorne aus dem Vergaser rauskommen (Bild1, roter Pfeil).
  • Spülen Richtung Luftschraube: Luftschraube wieder rausdrehen (grüner Pfeil), Spritze bei der Leerlaufdüse (Bild2, orangener Pfeil) ansetzen und mit dem Finger Teillast-Öffnung und Leerlauf-Öffnung (Bild1, rot und orange) zuhalten.

 3.3 Kraftstoffzulauf

Spritze am Benzinschlauchstutzen und an der Nadelventilöffnung ansetzen.

3.4 Kaltstartvorrichtung in Vergaser und Becken
3.5 Überläufe Vergaser und Beck
3.6 Nadelventil-Inspektion

Das Nadelventil mit der Spitze nach oben halten und mit einer Lupe inspizieren. Dort wo der Kegel abdichtet weist er eine ringförmige Druckstelle auf. Wenn die Druckstelle mit dem Nagel spürbar ist, dann muss das Ventil komplett mit Ventilsitz ausgewechselt werden. Ist die Stelle nur glänzend, dann muss man sehen, ob der Vergaser später dicht ist.


3.7 Einstellung Schwimmer

Den Vergaser auf den Kopf stellen, so dass die Wippe auf dem Nadelventil aufliegt ohne einzufedern. Dann sollte es  15 mm +-2,5 mm von der Dichtfläche bis zum Wippenende sein. Gemessen wird ohne Dichtung. In dieser Position ist die Wippe genau horizontal.


Bild: Schwimmer einstellen.

2.8 Düsen aufperlen

Diese Prozedur reinigt auch stark verschmutzte Düsen und Düsenstöcke ohne sie zu beschädigen.

Man nehme eine Kupferlitze und ziehe einen einzelnen Kupferdraht heraus. Diesen Draht fädelt man durch die Bohrung die man reinigen möchte. Das Kupfer ist weicher als das Messing und beschädigt die Düsen daher nicht, entfernt aber sicherer als Druckluft die Verschmutzungen.

Bild 7: Reinigung der Luftbohrungen am Düsenstock            Bild 8: Aufgefädelte Hauptdüse                 Bild 9: Aufgefädelte Leerlaufluftdüse

 

Der Draht wird am besten auf einer Seite in eine Zwinge eingespannt, die andere Seite hält man fest. Jetzt die Düse vorsichtig auf dem Draht hin und her bewegen bzw. auf dem Draht mit dem Finger rollen wir in Bild 9 zu sehen.